Felix Platter, der im Jahre 1536 im Haus "zum schwarzen Bären" an der Petersgasse in Basel zur Welt kam, erbte wohl den Durchsetzungswillen seines Vaters Thomas Platter. Denn schon der Vater hatte es vom Walliser Geisshirten über viele Umwege und lange Lehrjahre bis zum Rektor der Basler Lateinschule (früher Humanistisches Gymnasium, heute Gymnasium am Münsterplatz) geschafft.
Felix Platter war ein Wunderkind. Zuerst unterrichtete ihn sein Vater, und bereits im Jahr 1552 begann er das Studium an der Medizinischen Fakultät von Montpellier in Frankreich. 1556 schloss er sein Studium ab und kehrte mit dem Doktorexamen nach Basel zurück. In seiner Geburtsstadt musste er sein Doktorexamen wiederholen und hatte neben den anderen Ärzten und Kurpfuschern eine harte Existenz.
Sein Wissensdurst war enorm. Er sezierte während seiner Laufbahn rund 300 Menschenkörper. Berühmt wurde er, weil er 1559 in der damaligen Elisabethenkirche seine Arbeit öffentlich demonstrierte. Felix Platter schenkte der Universität Basel im Jahre 1573 das Skelett-Präparat einer Frau, welches heute noch als ältestes Exemplar im Museum bewundert werden kann.
Nach seinem unermüdlichen Einsatz während der Pestepidemie verliehen ihm der Bürgermeister und der Rat der Stadt das Amt des Stadtarztes. Unter anderem reformierte Platter das Medizinstudium und brachte 1583 ein neues Anatomie-Lehrbuch heraus. 1602 bis 1608 folgten die drei Teile der "Praxis medica", in der die Krankheiten erstmals nach Symptomen eingeteilt waren. Im Jahre 1614 hinterliess der Arzt seiner Nachwelt die "Observationes", Erfahrungen seiner über fünfzigjährigen Tätigkeit.
Felix Platter war nicht nur auf medizinischem Gebiet ein Pionier. Er besass den schönsten Garten der ganzen Region mit exotischen Pflanzen. Zudem züchtete er als Erster Seidenraupen und Kanarienvögel. Felix Platter besass das berühmteste Naturalien- und Antiquitäten-Kabinett. Auch sein Herbarium ist heute noch im Museum zu bewundern. Mit all den Sammlungen und seinen autobiografischen Aufzeichnungen hat Felix Platter ein wichtiges und lebendiges Bild seiner Zeit hinterlassen.


