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Forschungsnews aus dem FPS

Wir streben Exzellenz nicht nur in der Patientenbehandlung,  sondern auch in Lehre und Forschung an. Im Folgenden fassen wir die spannendsten Erkenntnisse aus der Forschung des Felix Platter-Spitals laienverständlich zusammen.


16.02.2017

Verbessert Ginkgo Biloba die Dual-Task Fähigkeit?

Gemäss der soeben erschienenen Veröffentlichung einer an unserem Basel Mobility Center durchgeführten Pilot-Studie scheint dies zumindest trendmässig der Fall zu sein. In dieser mehrjährigen Forschung konnte der Sportwissenschafter Dr. phil. Yves J. Gschwind im Rahmen seiner PhD-Arbeit nachweisen, dass sich bei Probanden mit diskreter kognitiver Einschränkung (Mild Cognitive Impairment (MCI))  – im Vergleich zu Placebo – unter täglicher Einnahme von 240mg Ginkgo Biloba Extrakt die Fähigkeit, gleichzeitig zu gehen und kognitive Aufgaben zu lösen trendmässig verbesserte. Dabei schien die Effektstärke von Ginkgo Biloba auf die Dual-Task Fähigkeit mit zunehmender Therapiedauer grösser zu werden. Diese Erkenntnis passt gut zu einer früheren, grossen französischen Studie („GUIDAGE“), die bei MCI-Patienten unter einer mindestens während vier Jahren durchgeführten Ginkgo Biloba Therapie einen demenz-verzögernden Effekt zeigte.  

Die erfolgreiche Durchführung dieser aufwändigen und ungewöhnlichen Studie war neben dem hochmotivierten Einsatz  von Yves Gschwind nur möglich dank des grossen interdisziplinären Engagements unserer Teams des Basel Mobility Centers und der Memory Clinic. Wir gratulieren deshalb allen aktiv Beitragenden zu diesem tollen Publikationserfolg! 

Quelle: Gschwind YJ, Bridenbaugh SA, Reinhard S, Granacher U, Monsch AU, Kressig RW. Ginkgo biloba special extract LI 1370 improves dual-task walking in patients with MCI: a randomised, double-blind, placebo-controlled exploratory study. Aging Clin Exp Res. 2017 Feb 8. doi: 10.1007/s40520-016-0699-y.


13.02.2017

Blutverdünnung und konsequente Medikamenteneinnahme

Was vermuten Sie? – wer ist konsequenter bei der Medikamenteneinnahme  - Patienten, auf deren Rezept viele oder wenige Medikamente stehen?

Im Rahmen einer Dissertation aus dem spitalübergreifenden Forschungsteam von Prof. Dr. med. Stefan Engelter, unserem neuen Chefarzt Rehabilitation, wurde in einer registerbasierten Analyse untersucht, wie viele Basler Schlaganfallpatienten ihre blutverdünnende Medikation konsequent über 1 Jahr einnahmen. Darüber hinaus wurde erforscht, welche Faktoren für die konsequente Medikamenteneinnahme bedeutsam sind; insbesondere welche Rolle die Anzahl täglich einzunehmender Medikamente spielt. Die Arbeit zeigte: ¾ der Basler Patienten nahmen ihre Medikamente konsequent jeden Tag ein, während ¼ nicht so konsequent waren. Entgegen der Erwartungen des Forscherteams waren Patienten, denen mehr Medikamente pro Tag verschrieben worden waren, konsequenter in der Einnahme ihrer blutverdünnendenen Medikamente als diejenigen, denen weniger Medikament pro Tag rezeptiert worden waren.  Dieser Unterschied blieb auch bestehen, wenn berücksichtigt wurde, dass einige Patienten Unterstützung von Familienmitgliedern oder der Spitex bei der Medikamentenverabreichung erhielten; alles Faktoren, die zu einer höhere Quote von konsequenter Medikamenteneinnahme führten. Das Alter spielte interessanterweise keine Rolle.

Die Arbeit zeigte, dass unter den Patienten, die Blutverdünner einnehmen, diejenigen, die sonst sehr wenige Medikamente einnehmen und dies komplett selbstständig tun, das höchste Risiko aufweisen, ihre Medikamente nicht konsequent einzunehmen.

 

Quelle: Frequency and Determinants of Adherence to Oral Anticoagulants in Stroke Patients with Atrial Fibrillation in Clinical Practice, A. Polymeris, [...], N. Peters, [...], S. T. Engelter. Eur Neurol 2016; 76,187-193


02.02.2017

Prävention von Misshandlung und Vernachlässigung in geriatrischen Institutionen

Lösungen von der Pflegefront!

Die an der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Felix Platter-Spital durchgeführte Studie von Wangmo et al. exploriert, warum und wie Misshandlung und Vernachlässigung in geriatrischen Institutionen vorkommen und wie präventive Gegenmassnahmen ergriffen werden können. Dazu wurden qualitative Interviews mit 23 Pflegefachpersonen verschiedener Altersinstitutionen in der Nordwestschweiz geführt. In einer thematischen Analyse dieser Interviews liessen sich bei den Pflegenden, den älteren Patienten wie auch den Institutionen mehrere Faktoren identifizieren, die Misshandlung und Vernachlässigung auslösen konnten. Die Befragten waren in der Lage, eigene Lösungsansätze vorzuschlagen, ihre Verantwortlichkeiten besser wahrzunehmen. Die von den Pflegefachpersonen genannten Lösungsvorschläge zur besseren Vermeidung von Misshandlung und Vernachlässigung umfassten grösseres Wissen und bessere Ausbildung zum Thema, klare Management Verantwortlichkeiten und zeitgerechte Interventionsmöglichkeiten (inklusive personelle Rotationsmöglichkeiten).  Durch eine konsequente Umsetzung dieser Resultate erhalten geriatrische Institutionen, ihre Verantwortlichen und die an der Front pflegenden Fachpersonen die Möglichkeit, aktiv die Pflegequalität zu verbessern und das Risiko von Misshandlung und Vernachlässigung nachhaltig zu vermindern.       

 

Quelle: Wangmo T, Nordström K, Kressig RW. Preventing elder abuse and neglect in geriatric institutions: Solutions from nursing care providers. Geriatr Nurs 2017. pii: S0197-4572(16)30311-1. [Epub ahead of print]


20.01.2017

Gerinnsel-auflösende Therapie beim Schlaganfall

Auch Patienten, die zuvor auf die Hilfe anderer angewiesen waren, profitieren! 

Wie eine internationale Forschergruppe unter der Leitung unseres neuen Chefarztes Rehabilitation, Professor Dr. Stefan Engelter, herausgefunden hat, profitieren nicht nur zuvor gesunde Patienten von der gerinnselauflösenden Therapie beim Schlaganfall. Auch Patienten, die zuvor auf die Hilfe anderer im täglichen Leben angewiesen waren, profitieren. Insbesondere Patienten mit Erkrankungen der Gelenke, Knochen und Muskeln, Herzerkrankungen, früheren Schlaganfälle oder Demenz haben einen Benefit von der gerinnselauflösenden Therpie im Falle eine Schlaganfalles.  Interessanterweise konnte bei einigen dieser Patienten drei Monate später sogar eine Verbesserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Zustand vor dem Schlaganfalls erreicht werden. Diese führen die Autoren - unter anderem- auf eine exzellente Rehabilitation zurück, die sich gesamthaft positiv auf den Gesundheitszustand auswirkt. 
Erstautor der Arbeit ist übrigens Dr. Henrik Gensicke, seit 1.1.2017 Oberarzt auf der Neurorehabilitation im Felix Platter Spital. Einen wichtigen Beitrag leistete auch PD  Dr. Nils Peters, Leitender Arzt Neurologie Neurorehabilitation.

 

Quelle: Gensicke H.,[...], Peters N., [...], Engelter S.T. "Intravenous thrombolysis in patients dependent on the daily help of Others before stroke." Stroke 47.2 (2016): 450-456.

Kontakte

Allgemeine Forschung

Prof. Dr. med. Reto W. Kressig
Ärztlicher Direktor

Tel. +41 61 326 40 22

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Rehabilitationsforschung

Prof. Dr. med. Stefan Engelter
Chefarzt Rehabilitation

Tel. +41 61 326 41 06

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Burgfelderstrasse 101
Postfach
4002 Basel
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Fax +41 61 326 41 40
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